Schlesien, das Schwabenländle und Spanien scheinen Maria´s Fundament für ihre Leidenschaft zu sein. Drei Stationen, viele Sprachen und eine Mission.
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Die erste Station führt uns zu den polnischen Nachbarn, genauer gesagt ins schlesische Kattowitz. Hier ist Maria geboren und bis zum Ende der Kindergartenzeit aufgewachsen. Polnisch quasselt sie also ohne Punkt und Komma.
Die nächste Station befindet sich ganz nah am Schwabenländle, irgendwo in Hohenlohe-Franken. Ja, unser wunderbares Crailsheim wurde ab dem Grundschulalter zu Marias neuer Heimat: Hier lernte sie deutsch von Null auf. Schwäbisch und Hohenlohisch machten es ihr aber echt nicht einfach.
„Ich dachte wirklich, ich würde in der vierten Klasse schon recht gut deutsch können. Aber als die Großeltern meiner Freundin mit mir hohenlohisch sprachen, verstand ich nur Bahnhof. Wer würde auch darauf kommen, dass ebiirä Kartoffeln sind? Ich war fest davon überzeugt, es wären Erdbeeren, die auf hohenlohisch etwas anders ausgesprochen werden. Die Verwirrung war groß! Ich lache bis heute darüber.”
Wir begeben uns zur dritten Station, der balearischen Halbinsel. Im Gymnasium lernte Maria Spanisch kennen und lieben. Als Au-pair-Mädchen in Spanien wollte sie nach dem Abitur dieser Liebe eine Chance geben. Es hat gefunkt! Und so spricht sie bis heute leidenschaftlich gerne spanisch und schwingt die Hüften zu sommerlichen Reggaeton-Beats oder langsamen Bachata-Rhythmen.
Die Sprachenvielfalt hat sie in ihrem Alltag geprägt. Neben polnisch, spanisch und deutsch - einschließlich schwäbisch und a weenich hohenlohisch, spricht Maria englisch und improvisiert auch mal auf italienisch oder russisch. Auf ihrer Backpacker-Reise mit einer Freundin durch den Iran ist ihr bis heute auch eine existenzielle Äußerung auf persisch hängen geblieben: bedone goosht lotfan. Heißt so viel wie ohne Fleisch bitte. Ihre Freundin ist nämlich Vegetarierin.
Tatsächlich scheint aber nicht jede Sprache so faszinierend und anziehend für sie zu sein: Mit mathematischen Sätzen kann sie absolut nichts anfangen. Das Erlernen der mathematischen Sprache hat Maria deshalb direkt nach dem Abi erleichtert ad acta gelegt. Für uns ist das auch halb so wild.
Viel wichtiger ist es, dass sie eine gemeinsame Sprache sucht. Hier nicht nur in Bezug auf die Landessprache, sondern auch in Bezug auf die Art zu kommunizieren. Maria erklärt: „Ein Lehrer kann noch so gut Mathematik drauf haben, wenn er die Ansätze nicht wirklich rüberbringen kann, dann hilft den Schülern das richtige Ergebnis trotzdem nicht weiter.”
Gemeinsame Sprache heißt also auch, adressatenorientiert und zielgerichtet zu kommunizieren. An der Universität Tübingen befasst sich Maria im Studium der Allgemeinen Rhetorik genau mit diesen strategischen Überlegungen. Diese bilden letztendlich die Grundlage einer überzeugenden und wirkungsvollen Kommunikation.
Als unser neuer querkopf ist die Werkstudentin im Bereich Text nun mit Herz und Seele dabei. Ihre Mission: mit jedem eine gemeinsame Sprache zu suchen und immer die richtigen Worte zu finden.
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