Wann ist ein Bild oder Video ein Deepfake?
Nicht „fotorealistisch“, sondern „Deepfake“ ist der Maßstab. Ein Bild ist nicht allein deshalb kennzeichnungspflichtig, weil es fotorealistisch aussieht oder vollständig mit KI generiert wurde.
Nach den finalen Leitlinien müssen drei Kriterien zusammenkommen:
- Der Inhalt ähnelt einer Person, einem Gegenstand, einem Ort, einem Unternehmen oder einem Ereignis.
- Das Dargestellte existiert, kann plausibel existieren oder hätte plausibel existieren können.
- Der Inhalt kann bei der vorgesehenen Zielgruppe fälschlich als authentisch oder wahr erscheinen.
Wann zählt ein Text als Thema von öffentlichem Interesse?
Der Begriff ist breit angelegt. Dazu zählen unter anderem:
- Politik und demokratische Prozesse
- Gesetze, Verwaltung und öffentliche Leistungen
- öffentliche Gesundheit und Sicherheit
- Verbraucher- und Produktsicherheit
- Umwelt- und Klimaschutz
Ein klassischer Produkttext fällt normalerweise nicht darunter. Anders sieht es aus, wenn Sie beispielsweise konkrete Aussagen zur Gesundheit, Sicherheit oder Nachhaltigkeit Ihres Produkts veröffentlichen.
Wichtig: Eine schnelle Rechtschreibprüfung reicht nicht aus. Die EU verlangt eine inhaltliche Prüfung durch eine fachkundige Person. Diese muss Fakten und Quellen bewerten, Änderungen vornehmen können und den Text freigeben oder ablehnen. Zusätzlich muss eine Person oder ein Unternehmen die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung übernehmen.
Was gilt bei HubSpot?
Ob Sie einen Inhalt in ChatGPT, Adobe Firefly oder direkt in HubSpot erstellen, macht für die rechtliche Bewertung keinen Unterschied.
HubSpot bietet KI-Funktionen wie beispielsweise Breeze für Website-Texte, Landingpages, Blogartikel, Marketing-E-Mails, Social-Media-Beiträge und Bilder. Entscheidend bleibt immer, was Sie veröffentlichen und wie Sie den Inhalt geprüft haben.
Konkrete Beispiele:
- Ein mit HubSpot erstellter, geprüfter Produkttext braucht in der Regel keine Kennzeichnung.
- Ein ungeprüfter KI-Artikel über eine neue gesetzliche Vorgabe kann kennzeichnungspflichtig sein.
- Ein realistisches KI-Bild, das eine nie stattgefundene Anwendung Ihres Produkts als echt erscheinen lässt, kann als Deepfake gelten.
- Ein HubSpot-Chatbot muss für den Besucher klar als KI erkennbar sein.
Eine kostenpflichtige HubSpot-Lizenz nimmt Ihnen die Verantwortung nicht ab. HubSpot weist in seinen eigenen Bedingungen darauf hin, dass Kunden für die verwendeten KI-Ausgaben verantwortlich sind und alle Ergebnisse vor der Nutzung oder Veröffentlichung eigenständig prüfen sollen.
EU-Icons: freiwillige Hilfe für eine klare Kennzeichnung
Die EU stellt drei kostenlose Icons bereit:

ein allgemeines KI-Icon, gedacht dafür, dass Sie noch einen konkreten Kennzeichnungshinweis textlich dazusetzen
ein Icon für vollständig KI-generierte Inhalte
ein Icon für teilweise mit KI veränderte Inhalte
Die Nutzung dieser Icons ist freiwillig. Die gesetzliche Kennzeichnungspflicht bleibt davon unberührt. Ein Icon allein garantiert also noch keine rechtskonforme Umsetzung.
Unser Rat: Wenn Sie die Kennzeichnungspflicht erfüllen müssen, kombinieren Sie das Icon mit einem kurzen, verständlichen Text, zum Beispiel: „Dieses Bild wurde mit KI generiert.“,„Dieses Bild wurde teilweise mit KI verändert.“ oder „Dieses Video enthält eine synthetisch erzeugte Stimme.“
Die Kennzeichnung muss beim ersten Kontakt klar erkennbar sein. Sie sollte auch dann sichtbar bleiben, wenn Nutzer den Inhalt herunterladen oder in sozialen Netzwerken teilen.
So schaffen Sie einen sicheren Prozess
Pauschal jeden KI-Inhalt zu kennzeichnen, bringt wenig Klarheit. Gar nichts zu kennzeichnen, schafft unnötige Risiken. Ein klarer Prozess bringt Sicherheit:
- KI-Einsatz dokumentieren: Halten Sie fest, welches Tool welchen Inhalt erzeugt oder verändert hat.
- Inhalt einordnen: Prüfen Sie, ob ein Chatbot, ein Deepfake oder ein Text zu einem Thema von öffentlichem Interesse vorliegt.
- Fachlich prüfen: Kontrollieren Sie Fakten, Quellen, Produktmerkmale und mögliche Fehlinterpretationen.
- Verantwortung festlegen: Bestimmen Sie, wer den Inhalt redaktionell freigibt.
- Kennzeichnung sichern: Prüfen Sie, ob der Hinweis auf Website, Social Media und weiteren Kanälen sichtbar bleibt.
Für die Zusammenarbeit mit uns bedeutet das: Wir stimmen frühzeitig ab, wo KI zum Einsatz kommt, wer die Inhalte prüft und freigibt und an welcher Stelle eine Kennzeichnung notwendig ist. So nutzen Sie die Chancen von KI, ohne bei Transparenz und Vertrauen Kompromisse einzugehen.
Unser Fazit
Die KI-Kennzeichnungspflicht ab August 2026 ist konkreter und begrenzter, als viele Schlagzeilen vermuten lassen. Nicht das verwendete Tool entscheidet. Entscheidend sind der Inhalt, seine Wirkung und Ihr Freigabeprozess.
Mit klaren Verantwortlichkeiten, einer fundierten menschlichen Prüfung und einer gut sichtbaren Kennzeichnung in den relevanten Fällen schaffen Sie Sicherheit für Ihr Unternehmen und Transparenz für Ihre Kunden.
Stand: 29. Juli 2026. Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Dieser Beitrag ist mithilfe von KI erstellt, wurde geprüft und unterlag einem Freigabeprozess – und wir kennzeichnen ihn dennoch explizit ;)