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QUERFORMAT BEIM MEISTER
DER TARNUNG
Wie jedes Jahr im Sommer waren wir zum Zwecke unseres Firmenausflugs auch 2013 mal einen
Tag verschwunden. Und zwar alle. Aufgetaucht sind wir 97 km weiter nord-westlich in der Ausstellung
des Chinesen Liu Bolin, der das mit dem Verschwinden noch viel besser beherrscht als wir.
Wie er das genau anstellt, hat uns die
Leiterin des Kunstvereins in Ludwigsburg,
Dr. Andrea Wolter-Abele, erläutert. Liu
Bolin wird stets Teil der von ihm ausge­
wählten Szenerie, in der er sich von anderen
Künst
­
lern bemalen und dann fotografieren
lässt. Faszinierend! Doch was hat den in
Peking lebenden Fotografen und Bildhauer
zu seiner Fotoserie bewogen?
Bolin gehört zu jenen Künstlern, die vor
acht Jahren aus ihren Häusern vertrieben
wurden, weil die Kommunistische Partei
entschied: Die Künstlerkolonie muss
abgerissen werden. Liu Bolin dachte sich
damals: Ihr wollt, dass ich verschwinde?
Dann verschwinde ich eben. Seitdem
kann sich Liu Bolin über mangelnde
Publicity nicht mehr beschweren. Seine
Fotos sind längst weltbekannt und hoch
gehandelt. Und in querformat hat er
nun zudem 10 neue glühende Verehrer
gewonnen.
Foto: querformat, aufgenommen in der Ausstellung im Kunstverein Ludwigsburg.
MEHR ZUM KÜNSTLER
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QUERBEET // INTERN
Finden Sie Liu Bolin!
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